Es gibt etwas, das mir auf vielen Unternehmenswebsites schon lange fehlt.
Und ehrlich gesagt: Auch auf meiner eigenen.
Natürlich gibt es eine Navigation. Es gibt Leistungsseiten, Blogbeiträge, FAQs und häufig auch eine ausführliche Startseite. Trotzdem hatte ich oft das Gefühl, dass etwas fehlt.
Nicht mehr Informationen.
Sondern ein schneller Überblick.
Ich möchte nicht immer alles lesen
Wenn ich eine Website besuche, möchte ich mir zuerst ein Gefühl dafür bekommen.
Was macht das Unternehmen eigentlich? Welche Leistungen werden angeboten? Welche Themen spielen eine Rolle? Passt das grundsätzlich zu dem, wonach ich suche?
Für all diese Fragen brauche ich zunächst keine langen Texte. Ich brauche Orientierung.
Natürlich sind Details wichtig. Aber meistens interessieren sie mich erst dann, wenn ich weiß, dass ich grundsätzlich richtig bin.
Die Hero-Section kann nicht alles leisten
Eine gute Hero-Section beantwortet im Idealfall bereits die wichtigsten Fragen. Doch irgendwann stößt sie an ihre Grenzen.
Man kann dort nicht sämtliche Leistungen, Besonderheiten und Möglichkeiten unterbringen, ohne dass sie überladen wirkt.
Und ganz wichtig: es landet längst nicht jeder Besucher auf der perfekten Landingpage für das eine Thema. Viele kommen immer noch ganz klassisch über die Startseite. Und genau dort fehlt mir auf vielen Websites eine Art Quick View.
Eine kompakte Übersicht, die mir in wenigen Sekunden zeigt, worum es hier eigentlich geht.
Informationen gibt es heute genug
Ein weiterer Punkt ist, dass Inhalte heute schneller entstehen als je zuvor.
Viele Texte werden inzwischen zumindest teilweise mit KI erstellt. Gleichzeitig möchten Unternehmen möglichst individuell wirken. Sie erzählen ihre Geschichte, erklären ihre Arbeitsweise, beschreiben ihre Leistungen ausführlich und möchten sich bewusst von anderen unterscheiden.
Das kann ich gut nachvollziehen.
Ich nehme mich davon gar nicht aus.
Aber für Besucher macht es die Orientierung nicht unbedingt einfacher. Oft muss man sich erst durch lange Seiten scrollen oder viele Unterseiten öffnen, bevor man versteht, was ein Unternehmen eigentlich anbietet.
Die Idee entstand durch eine Infografik
Vor einiger Zeit bin ich über eine Infografik gestolpert.
Mein erster Gedanke war sofort:
Genau das fehlt mir.
Nicht als Bild zum Herunterladen, sondern als fester Bestandteil einer Website.
Also habe ich angefangen zu überlegen:
Welche Informationen gehören unbedingt auf so eine Übersicht?
Was hilft wirklich bei der Orientierung?
Und was lasse ich bewusst weg?
Denn genau das ist die eigentliche Herausforderung.
Nicht möglichst viel unterzubringen, sondern die wichtigsten Informationen so auszuwählen, dass sie innerhalb weniger Sekunden einen guten Überblick vermitteln.
Mehr Orientierung statt mehr Inhalt
Die Kompaktübersicht soll keine zweite Startseite sein.
Sie soll auch nicht jede Frage beantworten.
Sie soll vielmehr dabei helfen, schnell zu erkennen, welche Möglichkeiten es gibt. Vielleicht entdeckt man dabei sogar Leistungen oder Funktionen, nach denen man ursprünglich gar nicht gesucht hat.
Ein bisschen Inspiration darf dabei durchaus sein.
Keine Grafik, sondern Teil der Website
Die Kompaktübersicht ist übrigens keine Grafik.
Ich habe sie komplett in Divi 5 umgesetzt. Dadurch kann ich jederzeit Inhalte ergänzen, verschieben oder anpassen, ohne jedes Mal eine neue Grafik erstellen zu müssen.
Im Moment ist das Ganze für mich ein Pilotprojekt.
Ganz sicher ist die Übersicht noch nicht perfekt. Vielleicht fliegen einzelne Bereiche wieder heraus. Vielleicht kommen neue hinzu.
Und nein – ich glaube nicht, dass eine Kompaktübersicht die Lösung für alles ist. Jede Website ist anders und nicht jedes Konzept lässt sich überall sinnvoll einsetzen.
Aber ich glaube, sie kann eine Lösung für ein Problem sein: den Besuchern schneller Orientierung zu geben und ihnen den Einstieg in eine Website zu erleichtern.
Genau das möchte ich herausfinden.
Deshalb werde ich in den nächsten Monaten anonym auswerten, welche Bereiche besonders häufig genutzt werden. Vielleicht bestätigt sich die Idee. Vielleicht zeigt sich auch, dass manches ganz anders funktioniert als gedacht.
So entstehen für mich gute Websites.
Nicht dadurch, dass man glaubt, sofort die perfekte Lösung gefunden zu haben. Sondern indem man Ideen entwickelt, ausprobiert, beobachtet und anschließend verbessert.
