Du oder Sie? Warum ich mich entschieden habe, beides anzubieten.

von Sandra Löwe | Juli 13, 2026

Infografik zum Anrede-Wechsler mit Du/Sie-Umschalter und Website-Beispielen für unterschiedliche Ansprachen

Eine Frage begleitet mich seit Jahren, wenn ich Texte für Websites schreibe:

Du oder Sie?

Und jedes Mal komme ich zum gleichen Ergebnis:

Es gibt darauf keine allgemeingültige Antwort.

Manche Zielgruppen erwarten eine lockere Ansprache. Andere empfinden das Siezen als professioneller oder schlicht passender. Beides ist vollkommen legitim.

Deshalb finde ich Aussagen wie "Heute muss man duzen." oder "Seriöse Unternehmen siezen." zu pauschal.

Die Ansprache gehört zur Zielgruppe – nicht zum Trend

Wenn ich eine Website konzipiere oder Texte schreibe, überlege ich nicht zuerst, welche Anrede gerade modern ist.

Ich frage mich:

Wie möchten die Menschen angesprochen werden, die diese Website besuchen?

Denn am Ende geht es nicht darum, was mir gefällt, sondern darum, womit sich die Zielgruppe wohlfühlt.

Bei meinen Kunden ist es genauso

Mit einem Teil meiner Kunden duze ich mich.

Mit anderen bleibe ich ganz selbstverständlich beim Sie.

Beides fühlt sich richtig an.

Und interessanterweise verändert das meine Art zu kommunizieren kaum.

Mein Tonfall bleibt derselbe. Ich erkläre Dinge ruhig, ehrlich und verständlich – unabhängig davon, welche Anrede verwendet wird.

Deshalb gibt es auf meiner Website jetzt einen Anrede-Umschalter

Irgendwann habe ich gemerkt, dass ich mich nicht mehr zwischen einer Variante entscheiden möchte.

Also habe ich meine Website so erweitert, dass Besucher zwischen Du und Sie wechseln können.

Dabei gibt es eine Standard-Anrede, die auch für Suchmaschinen verwendet wird. Wer möchte, kann die Ansprache anschließend per Umschalter ändern.

Technisch wird das überwiegend serverseitig über PHP gelöst. JavaScript kommt lediglich für den eigentlichen Umschalter zum Einsatz. Die Texte werden dabei live angepasst, ohne Inhalte per CSS auszublenden oder komplett per JavaScript nachzuladen.

Der Rest ist tatsächlich noch etwas Handarbeit.

Aber für mich lohnt sich der Aufwand.

Denn ich habe endlich eine Lösung gefunden, mit der ich mich wohlfühle.

Noch ist nicht alles umgestellt

Der Umschalter ist derzeit noch nicht auf allen Seiten verfügbar.

Ich ergänze ihn nach und nach dort, wo er sinnvoll ist.

Mein Blog bleibt übrigens weiterhin in der Du-Form.

Dort schreibe ich persönlicher, direkter und oft auch etwas freier. Für dieses Format fühlt sich das für mich einfach richtig an.

Mein Fazit

Nicht jede Entscheidung auf einer Website muss entweder oder sein.

Manchmal ist die beste Lösung die, den Besucher entscheiden zu lassen.

Für mich funktioniert das erstaunlich gut.