Warum ich die Navigation meiner Website komplett überarbeitet habe

von Sandra Löwe | Juli 11, 2026

Infografik zur neuen Website-Navigation mit Desktop-, Tablet- und Smartphone-Ansichten sowie hervorgehobenen Navigationselementen und Erläuterungen

Es gibt Designregeln, die man seit vielen Jahren immer wieder hört und liest.

Eine davon lautet:

"Eine gute Navigation sollte möglichst nur fünf oder sechs Menüpunkte enthalten."

Der Gedanke dahinter ist nachvollziehbar. Weniger Auswahl bedeutet oft mehr Übersicht und schnellere Orientierung.

Doch je länger ich an meiner eigenen Website gearbeitet habe, desto häufiger habe ich mich gefragt:

Passt diese Regel überhaupt noch zu jeder Website?

Nicht alle Besucher möchten denselben Weg gehen

In den letzten Jahren sind Startseiten immer länger geworden. Das kann sinnvoll sein, denn sie beantworten viele Fragen bereits auf der ersten Seite, schaffen Vertrauen und helfen dabei, ein Unternehmen kennenzulernen.

Trotzdem möchten nicht alle Besucher denselben Weg gehen.

Manche lesen eine Website von oben bis unten und informieren sich ausführlich.

Andere wissen bereits, wonach sie suchen. Sie möchten möglichst schnell zur passenden Leistung gelangen, ohne erst eine lange Startseite durchzuscrollen.

Beides ist völlig legitim.

Für mich gehören deshalb eine gute Startseite und eine gute Navigation untrennbar zusammen. Die Startseite erzählt die Geschichte. Die Navigation ermöglicht den direkten Einstieg.

Wenn eine Website wächst

Je umfangreicher eine Website wird, desto schwieriger wird die Navigation.

Ich könnte möglichst wenige Menüpunkte verwenden und Inhalte hinter einer Klappnavigation verstecken.

Oder ich zeige mehr Themen direkt an und nehme dafür eine etwas umfangreichere Navigation in Kauf.

Beides hat Vor- und Nachteile.

Warum ich mich gegen eine klassische Klappnavigation entschieden habe

Dropdown-Menüs funktionieren seit vielen Jahren und haben absolut ihre Berechtigung.

Für meine Website haben sie sich jedoch nie richtig angefühlt.

Denn bevor Besucher überhaupt sehen, welche Leistungen angeboten werden, müssen sie zunächst den richtigen Menüpunkt auswählen und anschließend den passenden Unterpunkt finden.

Gerade auf kleineren Bildschirmen oder auch mit der Maus empfinde ich diesen zusätzlichen Schritt oft als unnötig.

Ich wollte eine Navigation entwickeln, bei der möglichst viele Inhalte sofort sichtbar sind.

Meine Lösung

Ich habe mich deshalb für ein anderes Konzept entschieden -> alle Menüpunkte direkt zeigen und somit sofort erreichbar machen, auch die Unterpunkte.

Insgesamt sind meine Navigation sieben Hauptpunkte und acht Unterpunkte. Nur der Hauptpunkt Leistungen führt diese acht Unterpunkte mit.

Auf den ersten Blick klingt das nach ziemlich viel, wenn man sofort alles zeigen möchte.

Für meine Website fühlt es sich jedoch deutlich natürlicher an, weil Besucher sofort erkennen, welche Themen überhaupt angeboten werden.

Für große Bildschirme gibt es eine kompakte Desktop-Navigation, in der alle Punkte übersichtlich dargestellt werden.

Navigationsmenü mit Leistungen und Unterpunkten sowie Logo und Hauptnavigation einer WordPress-Agentur

Unterhalb von 1.200 Pixeln wechselt die Navigation in eine einzeilige, seitlich scrollbar Navigation. Sie benötigt nur wenig Platz und lässt sich mit einer Wischbewegung oder dem Mausrad horizontal durchblättern.

Horizontales Navigationsmenü mit Hauptnavigation, Leistungen, Servicekategorien, Logo sowie Schaltflächen zum Blättern und Schließen

Zusätzlich erscheint sie erst dann dauerhaft, wenn sie wirklich hilfreich ist – nämlich nach dem Herunterscrollen und beim erneuten Hochscrollen. So bleibt sie präsent, ohne den Inhalt ständig zu überdecken.

Keine Universallösung

Ich glaube nicht, dass dieses Konzept für jede Website geeignet ist.

Eine kleine Unternehmenswebsite mit wenigen Unterseiten braucht vermutlich keine solche Navigation.

Eine umfangreichere Website mit vielen Themen dagegen vielleicht schon.

Deshalb bin ich inzwischen vorsichtig mit allgemeinen Aussagen wie:

"Eine Navigation darf höchstens sechs Menüpunkte haben."

Jede Website verfolgt andere Ziele, richtet sich an eine andere Zielgruppe und wächst im Laufe der Zeit unterschiedlich stark.

Deshalb sollte auch die Navigation nicht einer starren Regel folgen, sondern den Bedürfnissen der Besucher.

Jetzt beginnt der spannende Teil

Mit dem Umbau ist die Arbeit für mich nicht abgeschlossen.

Im Gegenteil.

Mich interessiert vor allem, wie Besucher die neue Navigation tatsächlich nutzen.

Finden sie schneller zu den gewünschten Inhalten?

Werden bestimmte Seiten häufiger direkt aufgerufen?

Wie verhält sich die Navigation auf unterschiedlichen Geräten?

Diese Fragen lassen sich nicht am Schreibtisch beantworten, sondern nur mit echten Nutzungsdaten.

Ich werde die Entwicklung deshalb in den kommenden Monaten beobachten und auswerten.

Vielleicht bestätigt sich meine Entscheidung.

Vielleicht zeigt sich auch, dass ich an einigen Stellen noch nachbessern muss.

Beides wäre ein gutes Ergebnis.

Mein Fazit

Ich glaube nicht an die eine perfekte Navigation.

Ich glaube an Navigationen, die zur jeweiligen Website und zu ihren Besuchern passen.

Am Ende zählt nicht, wie viele Menüpunkte vorhanden sind.

Entscheidend ist, ob Besucher schnell verstehen, wo sie sind und ohne Umwege genau das finden, was sie suchen.

Für meine Website war diese neue Navigation deshalb eine kleine Revolution.

Ob sie sich langfristig bewährt, wird die Praxis zeigen.

Ich freue mich schon darauf, in einigen Monaten ein ehrliches Fazit zu ziehen.