Wie sieht eigentlich ein typischer Tag in einer WordPress-Agentur aus?
Die ehrliche Antwort lautet: Einen typischen Tag gibt es eigentlich nicht.
NatĂŒrlich gibt es Routinen. Manche Aufgaben gehören fast jeden Tag dazu. Gleichzeitig bringt jeder Morgen neue Herausforderungen mit sich â und manchmal reicht schon ein Anruf, um den gesamten Tagesplan ĂŒber den Haufen zu werfen.
Heute nehme ich dich einfach mal mit durch einen ganz normalen Arbeitstag.
Der Morgen beginnt mit Sicherheit
Direkt nach dem morgendlichen Kaffee, werfe ich einen Blick auf die Sicherheitsmeldungen der Webseiten, die ich im Rahmen meines Backup- und Update-Services betreue.
Gab es neue SicherheitslĂŒcken in WordPress, Plugins oder Themes? Wurde etwas als kritisch eingestuft? MĂŒssen Updates zeitnah eingespielt werden?
Solche PrĂŒfungen laufen bei mir automatisiert sehr frĂŒh am Morgen. AnschlieĂend schaue ich mir die Ergebnisse an und entscheide, ob Handlungsbedarf besteht.
Denn SicherheitslĂŒcken sind zunĂ€chst einmal genau das: bekannte Schwachstellen. GefĂ€hrlich werden sie meist erst dann, wenn verfĂŒgbare Sicherheitsupdates ĂŒber lĂ€ngere Zeit nicht eingespielt werden.
Danach folgt der Blick auf die Rankings
FĂŒr einige Kunden betreue ich die Suchmaschinenoptimierung dauerhaft.
Deshalb gehört auch ein kurzer Blick in die Entwicklung der Rankings dazu. Haben sich wichtige Suchbegriffe verĂ€ndert? Gibt es AuffĂ€lligkeiten in der Google Search Console? Sind Impressionen oder Klicks zurĂŒckgegangen?
Nicht jede Schwankung ist gleich ein Problem. Aber wenn man Entwicklungen regelmĂ€Ăig beobachtet, erkennt man VerĂ€nderungen oft deutlich frĂŒher.
AnschlieĂend informiere ich mich ĂŒber aktuelle Entwicklungen rund um WordPress, SEO und Barrierefreiheit. Dabei unterstĂŒtzt mich inzwischen auch KI, die interessante Neuigkeiten vorsortiert. Das ersetzt keine eigene Bewertung, spart aber viel Zeit bei der Recherche.
Barrierefreiheit bedeutet mehr als gute Farbkontraste
Danach geht es weiter mit einem laufenden Kundenprojekt.
Heute arbeite ich an einer Website, die bereits seit einigen Jahren online ist. Inhaltlich ist sie nach wie vor aktuell, technisch braucht sie jedoch eine Ăberarbeitung, damit sie fĂŒr möglichst viele Menschen gut nutzbar ist.
Dabei geht es lÀngst nicht nur um Farben.
Ich prĂŒfe unter anderem:
- ausreichende Farbkontraste
- gut lesbare SchriftgröĂen
- sinnvolle Ăberschriftenstrukturen
- Alternativtexte fĂŒr Bilder
- verstÀndliche Linktexte
- Bedienbarkeit mit der Tastatur
- Navigation und FokusfĂŒhrung
- Formulare und Fehlermeldungen
Oft sind es viele kleine Verbesserungen, die am Ende einen groĂen Unterschied machen.
Ein Domainumzug ist mehr als nur eine neue Internetadresse
Als NĂ€chstes steht eine Domainmigration an.
Nach auĂen wirkt das oft wie eine Kleinigkeit. SchlieĂlich Ă€ndert sich "nur" die Internetadresse.
Hinter den Kulissen steckt jedoch deutlich mehr Arbeit.
Ich richte 301-Weiterleitungen ein, damit bestehende Rankings möglichst erhalten bleiben, passe Datenbankpfade an, prĂŒfe die wp-config.php und die .htaccess, leere Caches und kontrolliere anschlieĂend, ob Schriften, Bilder und Funktionen weiterhin sauber geladen werden.
Erst wenn alle Tests erfolgreich sind, ist der Umzug wirklich abgeschlossen.
Aus einem Baukastensystem wird eine WordPress-Website
Am Nachmittag wartet bereits das nÀchste Projekt.
Eine bestehende Website wird aus einem Baukastensystem nach WordPress umgezogen.
Dabei wird nicht einfach kopiert.
Das Design wird modernisiert, die Darstellung auf Smartphones verbessert und die Website technisch komplett neu aufgebaut. Gleichzeitig achte ich auf eine möglichst performante und barrierearme Umsetzung.
FĂŒr dieses Projekt setze ich auf Divi 5. Nicht, weil es die einzige Möglichkeit wĂ€re, sondern weil es fĂŒr viele meiner Kunden und meinen Arbeitsablauf eine sehr gute Kombination aus FlexibilitĂ€t und einfacher Pflege bietet.
Und dann kommt der Anruf, den sich niemand wĂŒnscht
Mitten im Arbeitstag klingelt das Telefon.
"Unsere Website zeigt plötzlich merkwĂŒrdige Inhalte. Kannst du helfen?"
Solche Anrufe bekomme ich leider immer wieder.
Die erste Frage lautet dann natĂŒrlich:
LĂ€sst sich die Website retten?
In vielen FĂ€llen lautet die Antwort: Ja.
Aber zunĂ€chst muss geklĂ€rt werden, wie es ĂŒberhaupt dazu kommen konnte.
Sehr hĂ€ufig zeigt sich, dass WordPress, Plugins oder Themes ĂŒber lĂ€ngere Zeit nicht aktualisiert wurden.
Genau hier liegt einer der gröĂten Unterschiede zu vielen geschlossenen Website-Systemen.
Bei selbstgehosteten WordPress-Websites entscheiden die Betreiber und Betreiberinnen selbst, wann Updates eingespielt und welche Erweiterungen installiert werden. Das ist einer der gröĂten Vorteile von WordPress, bringt aber auch Verantwortung mit sich.
Wer Updates ĂŒber Monate oder sogar Jahre ignoriert, erhöht das Risiko erheblich.
In diesem Fall entscheidet sich der Kunde dafĂŒr, ein Ă€lteres Backup wieder einzuspielen.
Ich hoffe natĂŒrlich, dass kĂŒnftig regelmĂ€Ăige Updates durchgefĂŒhrt werden.
Denn eines ist mir wichtig:
Wenn ĂŒber gehackte WordPress-Websites berichtet wird, entsteht schnell der Eindruck, WordPress sei grundsĂ€tzlich unsicher. Meiner Erfahrung nach greift das zu kurz.
Gerade die enorme FlexibilitĂ€t macht WordPress so erfolgreich. Tausende Plugins, individuelle Erweiterungen und nahezu unbegrenzte Anpassungsmöglichkeiten sind ein groĂer Vorteil â gleichzeitig bedeuten sie aber auch, dass Updates und Wartung ernst genommen werden sollten.
Mit regelmĂ€Ăigen Backups, zeitnahen Updates und einigen zusĂ€tzlichen SicherheitsmaĂnahmen lĂ€sst sich das Risiko deutlich reduzieren.
Eigene Projekte kommen natĂŒrlich auch nicht zu kurz
Zwischen den Kundenprojekten bleibt immer wieder Zeit fĂŒr eigene Ideen.
Gerade ist mein SEO-Monitor fertig geworden. Er hilft dabei, VerÀnderungen bei wichtigen Suchbegriffen schneller zu erkennen.
AuĂerdem plane ich einen neuen Bereich auf meiner Website, in dem ich kĂŒnftig ĂŒber aktuelle SicherheitslĂŒcken in WordPress sowie in beliebten Plugins und Themes informieren möchte â verstĂ€ndlich erklĂ€rt und mit einer EinschĂ€tzung, wann tatsĂ€chlich Handlungsbedarf besteht.
Denn gute Betreuung bedeutet fĂŒr mich nicht nur, Probleme zu lösen.
Am liebsten ist es mir, wenn sie gar nicht erst entstehen.
Warum ich meinen Beruf nach ĂŒber 20 Jahren immer noch liebe
Genau diese Mischung macht meinen Beruf fĂŒr mich bis heute so spannend.
Morgens beschĂ€ftige ich mich mit SicherheitslĂŒcken, danach mit Suchmaschinenoptimierung, spĂ€ter mit Barrierefreiheit, einem Domainumzug oder der Entwicklung einer neuen Website. Und zwischendurch wartet vielleicht noch ein Problem, das vorher niemand auf dem Schirm hatte.
Kein Tag verlÀuft exakt wie geplant.
Genau das gefÀllt mir.
Denn hinter jeder Website steckt ein Unternehmen, eine Idee oder manchmal sogar ein Herzensprojekt. Daran mitzuarbeiten, technische Herausforderungen zu lösen und am Ende eine funktionierende, sichere und zukunftsfĂ€hige Website zu ĂŒbergeben, macht mir auch nach ĂŒber 20 Jahren mit WordPress immer noch genauso viel Freude wie am Anfang.
Vielleicht sieht mein nÀchster Arbeitstag schon wieder ganz anders aus. Langweilig wird es mit WordPress jedenfalls nie.
